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Freitag, 21.10.11, nach einem Frühstück in Massenabfertigung machten
wir uns und das Schiff segelfertig, überprüften Ausrüstung und
Zustand und
warteten dann auf die offizielle Übergabe des Schiffes. Darauf warteten wir leider
bis mittags, so dass wie erst ca. 3 Std. nach den ersten Crews den Hafen
verlassen und unsere Probeschläge auf dem Schiff segeln konnten. Wenden, Halsen,
Anluven und Abfallen ist nun doch auf einem 12m-Schiff anders, als auf einer
Jolle. Hier ist noch mehr als auf den kleinen Booten eine koordinierte Crew
erforderlich, bei der jede und jeder weiß, wo die jeweilige Position ist und was
dort (schnell) getan werden muss. Für die meisten von uns war klar, dass sich da
noch einiges einspielen musst, wir waren zum Großteil zum ersten Mal auf einer
Fahrtenyacht! Wir genossen tollen Segelwind, fuhren Wenden und Halsen, stellten
erstaunt fest, wie schnell die eine oder der andere das Schiff sicher im Ruder
hatte, unterwegs wurde sogar gerefft, da der Wind auffrischte. Und wir wissen
nun auch, wer seekrank wird und wer nicht.
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Samstag, 22.10.11, der Regattatag. Es sind zwei Wettfahrten in der
Bucht vor Heiligenhafen und
der Fehmarnbelt-Brücke angesetzt. Die Sonne scheint
von stahlblauem Himmel, es weht ein Wind mit 3 - 4 Bft., also ideale
Segelbedingungen. Im ersten Lauf, der zweimal um die Bahn ging, waren wir nicht
bei den ersten Schiffen über die Startlinie, waren trotzdem zufrieden. Unser Schiff
lief gut, auch hoch am Wind auf StB-Bug, wir konnten mithalten, ja z.T. größere
Schiffe überholen. Auf der Kreuz zur Ziellinie haben wir dann viele Plätze
eingebüßt. In der zweiten Runde das gleiche Bild: wir holen auf, machen Plätze
gut um sie in der Kreuz zur Ziellinie wieder abzugeben.
2. Regattalauf, ein toller Start, wir segeln im ersten Drittel des Feldes,
merken dann aber an den Wendetonnen, was das für uns bedeutet. Es wird eng, es
wird um jeden Meter gefightet und wer glaubt, am lautesten "RAUM" brüllen zu
können, baut damit seine private Vorfahrt ein. Uns erschreckt, wir verbissen,
grauhaarige "Youngsters" am Ruder und solche "Jugendlichen", wo der Kopf schon durch die Haare
kommt, diese
Manöver
segeln. Unsere 15jährigen Neulinge als Rudergänger meistern diese Situation mit
Bravour. Einmal wird es jedoch eng. An einer Wendetonne, die wir in Luv liegen
lassen müssen, haben wir geschätzte 12 Yachten in Luv und sechs in Lee, unser
Platz wird immer enger, der Skipper zu unseren Rechten segelt verbissen,
aber unberechenbar und setzt mitten in dieser Enge zu einer Wende an.
Als wir die Segel auffieren, langsamer werden um durch Abfallen der Bedrohung zu entkommen,
touchieren sich beide Yachten am Heck. Bruch an einer Laminatkante bei uns,
verkratztes Gelcoat beim andern, glücklicherweise niemand verletzt. Die
chaotische, unberechenbare Fahrweise dieses Skippers fällt uns noch weiter auf.
Wir beschließen, defensiv zu segeln, um nicht wieder in diese Enge an einer
Tonne zu kommen und kommen damit auch so über die Runde, dass wir gut bis zum
Ziel kommen. Bei dieser Zielkreuz schlagen wir uns gut, haben ein Schiff, mit
dem wir ewig um Positionen kämpften hinter uns und ein gutes Gefühl im Bauch.
Eine Wende fehlt über die Ziellinie, doch die geht schief, weil die Genuaschot
auf der Winsch übereinander läuft und blockiert, Fock steht back, wir drohen,
das Zielschiff zu rammen, müssen abfallen, noch ne Wende, Schot geht nicht los,
noch mal ausweichen, ne Halse folgt, vier bis fünf Yachten ziehen an uns vorbei
...
Es gab keinen Bruch, die Schot war dann doch zu lösen, Zieleinlauf geschafft,
Positionen verschenkt, ein wenig Groll im Bauch. Doch der verflog schnell, als
wir uns entschlossen, noch ein wenig, nur für den Spaß, zu segeln und diese
Schläge haben wir genossen, bei tollem Segelwind und einer Herbstsonne, die
wunderschöne Farben zauberte.
Am Abend dann
Siegerehrung nach Currywurst mit Pommes, auf die wir gefühlte 3 Std. warten
mussten.
Siegerehrung in großem Rahmen, es gab viele Pokale, einige Sonderpreise unseren
Beifall für die Crew des SCCR und eine Fete, die sich schnell auflöste. Wir
verzogen uns in die wohlige Wärme unserer Schiffe, die unter 40 auf dem einen
Schiff, die Oldies auf dem anderen.
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